Archive for April, 2009

26
Apr

Kraftwerk im Kraftwerk

Ich war gestern auf dem Kraftwerkkonzert im Kraftwerk der Autostadt in Wolfsburg.
War sehr begeistert.
Anfangs waren nur die Schatten der vier Bandmitglieder zu sehen. Da keimte dann schon etwas Enttäuschung in mir auf. Zwar waren Ralf Hütter und seine Jungs Ende der 70 er die erste Band , die sich teilweise von eigens angefertigten Robotern auf der Bühne bei Konzerten ersetzen ließen (Da können die Gorillaz mit ihren Comics und Slipknot mit ihren Masken einpacken) aber ich hatte mich doch schon gefreut, die Bands auch zu SEHEN.
Der Vorhang ging dann auch schließlich hoch. Es wurde eine gute Stunde gespielt. Außerordentliche Projektionen und Lightshoweffekte machten die musikalische Inszenierung zu einem Gesamtkunstwerk. Dieser Teil des Konzerts war größtenteils eine originalgetreue Reproduktion der auf den Platten veröffentlichten Versionen.
Erst die Songs nach der Pause nahmen aktuelle Anklänge auf. Wäre die zweite Hälte genauso anachronistisch gewesen, wäre ich schon etwas enttäuscht gewesen. War aber gut und die weitere Stdunde mit neuen Interpretationen und aktuellen Anleihen hat mich überzeugt.
Zudem wurden in der zweiten Hälfte aufwendige 3D- Animationen eingesetzt, die man durch die verteilten 3D-Brillen genießen konnte. Sehr aufwendig und sehr atemberaubend (auch wenn mein linkes Auge etwas überfordert war und die ganze Zeit tränte - nicht vor Rührung sondern vor Überforderung).

Insgesamt ein wahnsinns Konzerterlebnis, dass auf jeden Fall in meine Annalen eingeht. Nicht zuletzt aufgrund der grandiosen Location. Das Kraftwerk in der Autostadt bot diesem Konzertereignis echt die angemesse Bühne.

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26
Apr

Worship Star

Schöne Satire über die Worship-Musik Industrie:

via Jonny Baker.

Erinnert mich irgendwie an das Hill$ong Tsche-Tsching.

20
Apr

Falscher Fulz

Kaum eine andere Person hat so entscheidend den deutschen Sprachschatz geprägt wie Martin Luther.
Anderseits werden jedoch auch kaum einer anderen Person so viele überlieferte Aussprüche falsch zugeschrieben wie ihm.

Ein besonderes populäres Beispiel hierfür sind die Worte: “Hier stehe ich und kann nicht anders!“ Diese soll der Reformator angeblich vor den Reichstag in Worms ausgesprochen haben, als er sich weigerte, seine Schriftwerke zu widerrufen. Hier soll es allerdings bei der Verschriftlichung des Lutherwortes zu Verschiebungen gekommen sein.

Ähnlich verhält es sich auch mit dem Ausspruch “Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen”. Dieses Zitat wurde um 1944 von einem hessischen Landpfarrer in Umlauf gebracht und hat somit auch eher zweifelhafte Belege.

Es scheint, als wären auch gerade die Luther fälschlicherweise angedichteten Zitate gerade die populärsten, so auch der vulgäre Ausruf bei Tische “Was rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmacket?” Auch dieser ist nicht sicher gelegt.

Dieser Artikel ist auch zu lesen auf evangelisch.de (spannend sind hier auch die Kommentare)

12
Apr

He is risen

Long story short:

200904112033 He is risen

ht: April Winchell

Frohe Ostern!

10
Apr

Gone

200904112051 Gone
ht: AsboJesus

06
Apr

Kirche 21

Bild 4-2

Am Wochenende fand in Berlin Kirche 21 statt.
Thematisch drehte sich alles um Perspektiven, Visionen und Veränderungen.
Es war eine sehr gut organisierte Sache.. GJW (Gemeindejugendwerk des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland) als Veranstalter sowie die Gemeinde in Schöneberg als Gastgeberin waren eine optimale Kombi.

Spanned war der Aufbau bzw. die Struktur der Veranstaltung:
Beginn- und Schlußveranstaltung hatten spirituelle Schwerpunkte. (Beginn mit liturgischen Elementen und Abendmahl, Schluß in Form eines n Gottesdienstes mit Predigt des Hauptredners).
Dies gab den thematischen und inhaltlichen Angeboten noch einmal einen anderen Hintergrund. Hat mir sehr gefallen.

Das Programm am Samstag war dann untergliedert in Plena, die der Wissensvermittlung dienten. So z.B. das Referat von Kester Brewin oder auch den Innovationspool bei dem fünf “Experten” ihre jeweiligen Gemeinde oder Dienste vorstellten.

Zudem gab es noch die Möglichkeit an Workshops teilzunehmen. Die Inhalte waren breit gefächert: Die Welt liegt im Wandel - nur meine Gemeinde hat es verpasst?, Gottesdienst mit Leib und Seele – Bausteine aus dem Mittelalter, LEIHGABE - Wie gehen wir mit dem um was uns anvertraut ist?, Vaux: Story of a TAZ, Viele Quellen hat der Strom - den Reichtum christlicher Spiritualität entdecken…, Gemeinde: Offen für alle? – Am Beispiel „Homosexualität“, Bibliolog - eine neue Form der Bibelbegegnung, Verantwortung für das Gemeinwesen – Kirche als politischer Akteur, Es tönen die Lieder, der Frühling kehrt wieder.
Hier wurden inhaltliche Auseinandersetzungen mit Diskussionen und dem Selbsterfahren und Ausprobieren verschränkt. Viel Interaktives. Schön!

Außerdem standen parallel während der gesamten Zeit sogenannte Denk- und Erlebnisräume offen. Dei 12 Räume sollten die kreative oder meditative Auseinandersetzung anregen:
Kirche 21 – Videobox, Kirche 21 –Twitter, Moderne und Postmoderne erleben, Raum der Stille, Deine Meinung, Das Labyrinth, Gemeindeberatung & Seelsorge, Abschied und Neuanfang, 95 Thesen, Alltagsspirituatlität, Kreativraum, Lounge. Die Räume waren alle sehr liebvoll eingerichtet. Mit viel Phantasie und Liebe zum Detail wurden hier Reflektionsflächen geschaffen.

Am Samstag Abend wurde noch einmal in einem sehr dichten Block evaluiert, jedem einzelnen wurden Beteiligungsfenster geschaffen. Der Abend wurde dann spirituell durch ein Körpergebet abgeschlossen, dann ging es mit Sekt und Eis zum gemütlichen/feierlichen Teil über.

All in all war es wirklich sehr inspirierend. Dazu haben insbesondere Kester Brewin als Hauptredner und zum zweiten an den vielen Bloggern, die ich endlich einmal treffen konnte.

Kester Brewin hat viel von der Gemeinschaft Vaux berichtet, einer emergenten Gemeinschaft aus London, die sich viel mit Fragen des Alternative Worships und der Dekonstruktion von Leiterschaft befasst hat. Er hat das Buch Complex Christ verfasst (Hat mir bei der Examensarbeit gute Dienste geleistet).
Seine Inputs waren toll.
Ausgehend von einigen Aussagen des Buchen (Übertragung des Stufenmodells nach Fowler und der zwei Lebenshälften nach Richard Rohr schilderte er anschaulich die Risse des Lebens, die notwendig sind um zu reifen und um Neues hervorzubringen.
So zitierte er die Geschichte des verlorenen Sohnes als Beispiel zweier Verlorener. Verloren dadurch, dass sie selbstzentriert noch nichts nach außen wirkendes hevorgebracht haben. Nicht der Vater verliert seine Söhne, sondern diese selbst, da sie keine “Väter” von etwas oder jemandem sind. Spannend!

In seinem Workshop ging es noch einmal dezidiert um Vaux und das TAZ Prinzip (Temporary Autonomous Zones). Das war auch sehr spannend, habe Lust da weiter drüber nachzudenken. Habe als Rückfrage auch das Verhältnis von “Temporary” und “Traditional Heritage” problematisiert.

Ja und zum zweiten waren die Begegnungen meines virtuellen Sozial-Netzwerkes einfach wunderschön!
Daniel hat es ja auch schon beschrieben:

Eine sehr besonderer Aspekt solcher Veranstaltungen ist es für mich immer, dass sie Gelegenheiten bieten Menschen zu treffen die man entweder sehr selten sieht, oder solchen das erste mal vor Ort zu begegnen die man bereits zu seinen engen Freunden zählt da man sich bereits seit Jahren auf Blogs unterhält oder aber über Twitter an ihrem Alltag Anteil nimmt. Solche Begegnungen gab es an diesem Wochenende einige und ich habe es sehr genossen mit der Einen oder dem Anderen manches Gespräch zu führen, Kaffee zu trinken…


So habe ich es auch empfunden. Einerseits hat man sich noch nie gesehen und neigt dazu bei oberflächlichen Smalltalk/Kennlernthemen einzusteigen - dabei kennt man sich ja eigentlich doch. Die Personen, ihr Alltag und ihr Leben sind einem durch Blogs und Twitter vertraut, einzig, wie jemand aus Bierfaschen trinkt, wie sein Lachen klingt und oder wie hibbelig jemand auf dem Stuhl wippend einem Vortrag lauscht sind unbekannte Fakten. Fremd und doch vertraut.
Das war sehr spannend und schön.
Habe überlegt, ob man nicht ein neues Wort erfinden sollte. Für diese Menschen. Für die Zeit des engen virtuellen Alltagsteilens und warmherigen Anteilnehmens im web 2.0, bis man sich wirklich begegnet (dann kann m.M. nach wirklich Freundschaft entstehen.) Für das Stadium vorher braucht man ein anderen Wort.
Any Ideas?

Na jedenfalls war es ein wunderbares Wochenende. Hab viel mitgenommen zum weiterdenken und im Herzen bewegen.

06
Apr

Pastorbuddy gewinnt den Silberfisch…. äh silbernen Webfish

Lob, Lob, Lob von Jury in der Auszeichnung zum zweiten Platz für das Portal Pastorbuddy.de:

Mit PastorBuddy hat die Jury erstmalig ein Blog ausgezeichnet. Zu den Themen Theologie, Kirche, Gemeinde, Gesellschaft, Kultur, Humor, Technik und Internet ist ein fast vierzig-köpfiges Autorenteam aktiv, das sich aus Theologen und Laien aus verschiedenen christlichen Traditionen zusammensetzt, so dass auf PastorBuddy pointiert Themen und Kommentaren aus verschiedenen Positionen angegangen werden.

Als Blog kann PastorBuddy so aus verschiedenen Perspektiven christliche Inhalte, Meinungen und Kommentare zur Diskussion stellen und in der so genannten der Blogosphäre publik macht.

PastorBuddy ist somit ein christlicher Kristallisationspunkt für Blogger und erhält so mehr Reichweite, als wenn die Autoren einzeln bloggen würden.

Die einzelnen Beiträge sind über gängige Blog-Features (thematisch, viel gelesen, viel kommentiert) erreichbar und verlinkt, über eine so genannte Themen-Wolke (tag cloud) lässt sich schnell orientieren, zu welchen Themen besonders diskutiert wird. Technisch setzt die Website auf ein Standard Open Source Redaktionssystem, das alle notwendigen Voraussetzungen bietet.

Die Jury drückt mit dem Webfish die Anerkennung aus, dass Christen als Einzelpersonen und als Team in der Blogosphäre aktiv sind und so christliche Inhalte präsentieren und erkennbar werden lassen.

Hier gehts zur EKD Seite der Abstimmung.

Kudos gehen auf jeden Fall an Initiatior Simon de Vries für eine Vision eines Portals von uns für Theologen und Laien, für Organisation und technische Umsetzung und für die regelmäßige Bereitstellung von qualitativ hohem Content. (Neben dem stressigen Vikariat ist das auf jeden Fall kein Kinderspiel!) Respekt!

01
Apr

Ökumenische Liederwerkstatt

Seit Anfang April arbeite ich beim Deutschen Evangelischen Kirchentag und bin dorthin von meiner Landeskirche mit einem befristeten Sonderauftrag entsandt.
Meine Anstellung ist projektgebunden an die Vorbereitung des Ökumenischen Kirchentags in München 2010. Mein Dienstsitz wird Fulda sein, ansonsten werde ich mehr oder weniger auf den Schienen der Nation leben, da ich viele Termine in ganz Deutschland wahrnehmen werde. Ein super spannender Job, ich bin sehr motiviert und neugierig. Ich werde schwerpunktmäßig im Pastorat mit Kirchentagspastor Joachim Lenz zusammenarbeiten. D.h. viel inhaltliche und thematische Arbeit, Abstimmung mit den unterschiedlichen Projektkommissionen und all dies auf ökumenischer Ebene.

090325 Liederwerkstatt 19-1 (Foto: Lothar Veit)

Eine meiner ersten Veranstaltungen für den Kirchentag war die Ökumenische Liederwerkstatt im Michaeliskloster.
Fast 40 Liedermacher , Komponisten und Texter aus evangelischem, katholischem und freikirchlichem Backgroundhaben sich drei Tage lang der kreativen Produktion gewidmet. Heraus kamen über 120 Lieder, die nun von einer speziellen Projektkomission auf ihre Verwendbarkeit für das ÖKT-Liederbuch geprüft werden.
Faszinierend wie kreativ und produktiv diese Profis waren. Hinweise wie “wir brauchen unbedingt noch ein Lied für den frühen Abend, nicht immer nur Gute-Nach Lieder” wurden prompt umgesetzt. 2 Std. später gab es mehrere entsprechende Lieder mit komplettem Satz und Text. Wahnsinn.
Am meisten hat mich die Buntheit in Inhomogenität der Gruppe gefreut (Männer/Frauen, Haupt- und Nebenberufliche, Altersmix, Konfessionsmix, Frömmigkeitsmix, Stilmix) das einzig einende war die Liebe zur (Kirchen-)musik und die Freude am Entwickeln.
Abgeschlossen wurde die Woche mit einem Best-of Abend, an dem 40 Lieder die in der Woche entstanden waren, gemeinsam gesungen und musiziert wurden. Es entstand eine richtig dichte Atmosphäre. Zwischen fetzig und poppig bis hin zu ruhig und melancholisch war alles dabei.

Ein schöner Start in die neue Aufgabe.




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