Archive for September, 2008

30
Sep

Ehrenamt

“Mittlerweile wird nicht mehr nur darüber geklagt,
dass sich weniger Menschen als früher ehrenamtlich engagieren,
sondern man hat erkannt, dass Menschen sich nicht nicht,
sondern anders engagieren möchten als früher.“

Uta Pohl-Patalong, Von der Ortskirche zu kirchlichen Orten.
Ein Zukunftsmodell, Göttingen 2006, S. 142.

29
Sep

Es weihnachtet sehr

Get Bild

Mit Großplakaten wendet sich die evangelische Kirche bundesweit gegen den Handel mit Weihnachtsartikeln im Herbst.
“Ich bin keine Spaßverderberin, aber ich wehre mich gegen eine Winter-Wohlfühl-Weihnachtszeit mit Christstollen,
Sternenglitzer, Weihnachtsliedern und Lebkuchen von August bis Januar”, sagte die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann.

(ht: News EVLKA)

26
Sep

Wir spannen eine Schnur zum Himmel

.. so hat meine Schwester das Foto genannt. Es ist aus der Serie “Mein schöner Sonntag” (hier mein Blogeintrag von vor zwei Wochen) Jetzt hat das Foto Einzug in die Regionalzeitung gefunden.

Foto 270-1

Das tolle Foto meiner Schwester ist abgedruckt worden und zeigt umso mehr, dass wir wirklich einen schönen Tag hatten!

24
Sep

Lautlos

“God becomes mute to the vast majority of people in the Western world,
people who cannot interpret the church culture that has effectivly
imprisoned the good news within its cultural system.”

aus: “The Shaping of Things to Come: Innovation and Mission for the 21 Century Church” (Michael Frost, Alan Hirsch, S. 42)

Als ich damals in Homiletik gelernt habe, dass hermeneutisches Denken den Predigthörern Bezüge herstellen und das Verstehen vereinfachen soll - da habe ich nicht darüber nachgedacht, wie sehr vielleicht manch kirchlich-kulturelle Traditionen den Zuhören gerade dies dadurch unmöglich macht. Was sind genau die Gefängnismauern der “church culture” die Gott einsperren? Ist das die neue (An-)frage an eine gelungene Hermeneutik?

24
Sep

Spannendes Forschungsprojekt

Das klingt doch mal interessant: Ritualinnovationen der Emerging Church / Alternative Worshipbewegung.
Hier eine ausführliche Beschreibung des Forschungsprojekts der Uni Heidelberg in der Religionswissenschaft .

24
Sep

Namen von christlichen Bands USA und Deutschland - Eine Bestandsaufnahme

Still searching hat in seinem lesenswerte Post über die stereotypenhafte Namensgebung im Bereich Christlicher Popularmusik eine Top Ten aufgestellt. (“In honor of the brave pioneers of CCM who unabashedly flaunted their Christianity from head to tow… here is a list of bands that screamed “we’re evangelical Christians” just by their very names”).

Und warum auch immer so numerologisch?
Project 86, Starflyer 59, Flatfoot 56, Building 429, Tree 63, Jump 5, 4Him, Five Iron Frenzy, Seventh Star, 33 Miles, Third Day, Seventh Day Slumber…? Ich wette, dass nur bei den wenigsten Bands wirklich reflektierte Rückbindungen, wie Bibelverse zur Namensgebung beigetragen haben.

Wie schauts in Deutschland aus?
Entweder man heißt, wie man heißt. (Ob das Kunstnamen sind, weiß ich nicht…). Albert Frey & Andrea Adams-Frey, Anja Lehmann, Danny Plett, Lothar Kosse, Claas P. Jamborusw. Oder man denkt sich schmissige Namen aus, wie: Sacretones, 4given , w4c - warriors for christ, Basileia, Manna, Jesus first. Da haben wir’s - Sowohl Numerologie als auch biblische Rückbindung im Bandnamen. Da sind Anton and The Watergirls noch am entspanntesten…

23
Sep

Playmo

Seit es das grandiose Bricktestament gibt, haben viele Pastorinnen und Pastoren die Kinderspielzeugkiste wieder hervorgekramt und lassen ihre Konfirmanden ausgewählte Bibelgeschichten nachbauen.

Dank eines Hinweises einer Freundin weiß ich nun, dass nicht nur Christen mit Lego- und Playmoaffinität mit “säkularen” Figuren und Settings “sakrales” nachstellen. (Total postmodern, wenn man das eigentlich mal bedenkt!). Nein - jetzt gibt es endlich auch die komplette Ausstattung.
Die Kirche mit Pastor und Brautpaar. Der Knüller. Zitat vom Verpackungszettel:

Per Knopfdruck auf die Fenster im Kirchturm ertönt Glockengeläut und Orgelmusik
(benötigt 2 x 1,5V Micro Batterien). Die Zeiger der Turmuhr sind beweglich.
Das Schmuckkästchen enthält richtige Ringe

4296 tm Playmo
Da wird die Kirche gleich wieder nur aufs Heiraten reduziert. Was sollte man dort auch sonst machen? Wenn die Kinder mit der Plastikkirche spielen, dann eben auch nur Hochzeit in weiß. (Obwohl es ja witzigerweise auch die konfessionell ungebundene Variante als Hochzeitskapelle gibt - mit Hochzeitstorte dafür aber ohne Glocken!). Außerdem sieht der Pastor komisch aus. Was soll für ein Talar sein? Figurbetont und mit minimalistischem Beffchen.

Da lob ich mir doch eher die Playmobilfreunde vom Playmo-Portal. Die haben die Lebensgeschichte Martin Luthers nachgestellt. Ganz toll! Und ganz ohne die Hochzeitskapelle…Junker Jörg ist eben flexibel und hat auch andere tolle individuelle Sets gebastelt. Und auch einen schöneren Talar. (Siehe die 10 Gebote).

Fp101 972 Wz94 957

23
Sep

Herrschaftswechsel

Gerade bei Okko Herlyn (“Theologie der Gottesdienstgestaltung.” )über einen lustigen und zugleich tiefen Gedanken gestolpert:

Er fordert im Zusammenhang seiner Ausfürungen über das Predigtamt aller nicht nur ein “Predigtnachgespräch”, sondern ebenso ein “Predigtvorgespräch”, in dem die Gemeindemitglieder selber ihre Erfahrungen einfließen lassen.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

22
Sep

Komischer Vogel

Der englische Bischof John Finney, einer der Schlüsselpersonen des missionarischen Ausbruchs in der anglikanischen Kirche in den letzten Jahrzehnten, hat die verwirrende Situation unserer Kultur mit einem kuriosen Vogel verglichen (quaint bird). Der linke Flügel ist immer noch modern - klar, rational und misstrauisch gegenüber Emotionen. Der rechte Flügel ist postmodern - er will das Ganze der Existenz, nicht nur den Verstand. Das Problem: Der rechte Flügel z.B. glaubt an das Mögliche, aber sofort stellt die dem linken Flügel eigene Skepsis das in Frage. Wir entwickeln sozusagen verschiedene Werte für verschiedene Orte und Situationen. Die beiden Flügel arbeiten nicht sehr gut zusammen. Ergebnis: Die moderne Kultur fliegt immer wieder im Kreis. Wir akzeptieren nichts, was nicht geprüft werden kann - und werden zugleich von jeder kleinen Welle der Emotion davon geschwemmt. Religion ist immer noch oder sogar vermehrt da - aber gemischt mit hoher Skepsis eggen jede Instuitution und jeden allgemein gültigen Anspruch.

Aus: Hans-Hermann Pompe: Anziehend, erfahrbar, einladend: Kommunikation des Evangeliums unter postmodernen Menschen, in: Laepple/Roschke, Die so genannten Konfessionslosen und die Mission in der Kirche. Neukirchen-Vluyn 2007 - und John Finney, Emerging Conversation.

20
Sep

Psalmen und Kunst

Eine wirklich beeindruckende künstlerische Auseinandersetzung mit den Psalmen zeigt gerade ein besonderes Feature der Lake Forest Church (nicht zu verwechseln mit Lakeland - hihi den konnte ich mir einfach nicht verkneifen…) in Huntersville. Im ganzen September findet sich die Gemeinde unter dem Motto: HOPE in a HOUSE of BLUES zusammen. Text von der Homepage als Einführung der Predigtreihe:

Our blues sermons this year come from the Psalms.
The Psalms are the original blues. No lie.
They are among the oldest world literature poetically
expressing the angst of the human condition,
and doing so as prayer and worship to God.
The blues in worship of God?
Yes. For 3,100 years now.
That is our model for House of Blues.

Neben einem besonderen Gottesdienstkonzept und besonderen Worship Songs finde ich gerade die Arbeit des Creative Arts Departments spannend. In vier verschiedenen Räumen (erinnert an die Ikea Muster Wohnungen) werden einige der Hauptthemen der Klagepsalmen dargestellt.

Doubt Hate
Doubtroom001 Hateroom004


Tears Trouble
Tears03 Troubleroom003

Es lohnt sich, durch alle Fotos zu schauen und quasi in die eigene kleine Wohnung hineinzugehen. Auch die Ausführungen zu den Räumen sind spannend und kreativ.
Eine wirklich tolle Arbeit!




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