Archive for Mai, 2008

15
Mai

Ich bin dann mal weg…Studienfahrt nach Israel

Melde mich hiermit ab. Fahre gleich ab Hannover mit allen Kurskollegen mitm Zug nach Berlin und von da mit dem Flieger nach Israel. Die Studienfahrt nach Israel markiert quasi den Übergang zwischen Gemeindephase und Studienblock im Predigerseminar. Freu mich auf die Tage mit den Kollegen in Israel. Wir haben ein volles Programm, werden viel sehen, besichtigen, biblische Orte selbst erleben, Repräsentanten unterschiedlichster Konfessionen sprechen… ach ich freu mich.

Ist auch gut, dass ich mich so drauf freuen kann, mich erfüllt nämlich doch schon noch ein ordentliches Maß an Wehmut. Der Abschied aus der Gemeinde (naja wohl eher ein Abschied auf Raten) fällt mir alles andere als einfach. Aber das ist vielleicht einen eigenen Blogpost wert.

Jetzt erstmal ab zum Zug und den 16kg schweren Koffer schleppen.

Ich werde berichten….

10
Mai

Church to go

Hab gerade einen sehr genialen Artikel von Jörg Albrecht in der Aufatmen zum Thema “Mein geistlicher Abendabschluß” gelesen.
Er erklärt mit welchem Abendritual er seinen Tag abschließt.

Er nimmt sich jeden Abend kurz Zeit und beantwortet zwei Fragen:
1. Wofür bin ich dankbar?
2. Was will ich loslassen?

Die Antworten notiert er in ein Notizbuch, weil es ihm schriftlich leichter fällt, Gedanken zu fassen.
Er schließt das Ritual mit einem Gebet von Jörg Zink ab, das ich sehr schön finde:

Ich lasse mich dir, Heiliger Gott, und bitte dich:
Mach ein Ende aller Unrast.

Meinen Willen lasse ich dir.
Ich glaube nicht mehr, dass ich selbst verantworten kann,
was ich tue und was durch mich geschieht.
Führe mich und zeige mir deinen Willen.

Meine Gedanken lasse ich dir.
Ich glaube nicht mehr, dass ich so klug bin,
mich selbst zu verstehen,
dieses ganze Leben oder die Menschen.
Lehre mich deine Gedanken denken.

Meine Pläne lasse ich dir.
Ich glaube nicht mehr, dass mein Leben seinen Sinn findet in dem,
was ich erreiche von meinen Plänen.
Ich vertraue mich deinem Plan an,
denn du kennst mich.

Meine Sorgen um andere Menschen lasse ich dir.
Ich glaube nicht mehr, dass ich mit meinen Sorgen irgend etwas bessere.
Das liegt allein an dir. Wozu soll ich mich sorgen?

Die Angst vor der Übermacht der andere lasse ich dir.
Du warst wehrlos zwischen den Mächtigen.
Die Mächtigen sind untergegangen. Du lebst.

Meine Furcht vor meinem eigenen Versagen lasse ich dir.
Ich brauche kein erfolgreicher Mensch zu sein,
wenn ich ein gesegneter Mensch sein soll
nach deinem Willen.

Alle ungelösten Fragen, alle Mühe mit mir selbst,
alle verkrampften Hoffnungen lasse ich dir.
Ich gebe es auf, gegen verschlossene Türen zu rennen,
und warte auf dich. Du wirst sie öffnen.

Ich lasse mich dir. Ich gehöre dir, Gott.
Du hast mich in deiner guten Hand. Ich danke dir. Amen.

Aus: Jörg Zink, Wie wir beten können.

Außerdem ist im Artikel noch ein bißchen Werbung reingemogelt. Aber ich finde das beworbene Ding so cool, das ich auch drauf hinweise (falls also noch jemand ein Geschenk für mich braucht.. *ZAUNPFAHL*)

Update: Jetzt hab ich eine. Das war wirklich ein gelungenes Geschenk zum Examensgottesdienst! Vielen Dank nochmal!

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Hier gibts die “Church to go”

09
Mai

Lauf Jäger lauf….

Ich laufe immer die selbe Runde. Immer 8 km… Meistens zwei-drei mal die Woche. Und jetzt, nach fast 1,5 Jahren ist mir mitten in einer riesen Wiese ein Kreuz aufgefallen.
Von einer großen Baumkrone fast überragt. Das Kreuz ist bestimmt fast 2,5 Meter groß und ich habe es immer in meiner Runde durch Wiesen und Felder übersehen.

Ich bin quer durch die Wiese hin gejoggt und hab mich kurz davor auf eine Bank gesetzt.

Obwohl ich ständig dran vorbegelaufen bin, hab ichs übersehen.
Ich fands fast schon symbolisch, das Kreuz übersehen zu haben. Alltag - Rennen - Schweißtreibend - immer schneller - da übersieht man schon schnell mal ein Kreuz, oder besser “das Kreuz“.

Sich dann aber kurz hinzusetzen, wieder zu Luft zu kommen und unter dem Schatten der Baumkrone sich das Kreuz mal genau anzusehen, an dem man sonst vorbeirennt, hat gut getan.

Vielleicht eher Gedanken für eine Predigt. Mußte aber aufgeschrieben werden sonst rutscht es weg.

07
Mai

Christival als gelungene Generalprobe des Kirchentags 2009 in Bremen

Spannend, war doch befürchtet worden, dass die Negativ-Presse des Christivals nun auch auf den Kirchentag anfärben könnte, steuert die Generalsekretärin des DEK gegen:

Kirchentag sieht gelungene Generalprobe für Bremen 2009

Im Streit um das “Christival” hat sich Bremen nach Auffassung der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Ellen Ueberschär (Fulda), als selbstbewusste Stadt mit engagierten Bürgern gezeigt. Dazu passe der Kirchentag, zu dem im kommenden Jahr etwa 100.000 Dauerteilnehmer erwartet würden, sagte Ueberschär am Dienstag im epd-Gespräch. Die Bremer hätten die rund 20.000 jugendlichen “Christival”-Gäste freundlich aufgenommen. Organisatorisch hätten sich die Vorteile einer Stadt der kurzen Wege gezeigt.

“Das Zusammenspiel zwischen Messe, Polizei und Verkehr hat ungewöhnlich gut geklappt”, blickte Ueberschär auf den fünftägigen missionarischen Jugendkongress zurück. Kritiker hatten dem Christival fundamentalistische Positionen vorgeworfen. Ueberschär verwies auf Unterschiede: “Der Kirchentag bietet eine Plattform für soziale Bewegungen.” Grundprinzip sei die Diskussion. Der Kirchentag vom 20. bis 24. Mai 2009 in Bremen steht unter der biblischen Losung “Mensch, wo bist du?”

“Bei so wichtigen Fragen wie der sozialen Gerechtigkeit müssen wir eine Streitkultur organisieren, die nicht verdammt”, betonte die Generalsekretärin. Große Leitthemen sind Ueberschär zufolge auch Globalisierung und Welthandel sowie die Frage, wie eine Demokratie mit Zukunft gestaltet werden kann. “Der Kirchentag kann Bewusstsein verändern”, sagte die promovierte Theologin.

Mit “Horizonte des Glaubens”, “Perspektiven für die Gesellschaft” und “Chancen für die Welt” sind in Bremen drei große Themenbereiche mit etwa 2.000 Veranstaltungen geplant. Damit sei das Programm um etwa 30 Prozent kleiner als 2007 in Köln. “Weniger Quantität, mehr Qualität”, beschrieb Ueberschär das Ziel der Organisatoren. Mit den Behörden in Bremen gebe es ein reibungsloses Zusammenspiel. Die gastgebenden Kirchengemeinden seien neugierig und aufgeschlossen. Die Generalsekretärin ist überzeugt: “Bremen wird sehr gut ankommen.”


Pressenachricht von der Internetpräsenz des Kirchentages

05
Mai

20% auf alles….

Noah
via Jacob

05
Mai

mehr als zwei seminare….

Christival 2008 ist zuende. Schade!
Frisch geduscht, mich frisch bekocht, 2x Waschmaschine und in Gedanken mit vielen Bildern und Eindrücken noch in der Hansestadt.

Die Tage in Bremen waren eine Tankstelle in jeder Hinsicht.
Zu sehen, wie diese bunte Menge von Jugendlichen aus unterschiedlichsten Konfessionen und Jugendkulturen zusammenkommt und auf einen “Nenner” kommt…auch wenn die selbst diesen “Nenner” (noch) gar nicht kennen und auf der Suche sind…. total faszinierend.

So eine Vielfalt an Frömmigkeitsformen, Workshops, Musikstilen…. Wahnsinn.
In einem Gottesdienst “Großer Gott wir loben dich zu singen”, dann gefolgt von einem aktuellen und modernen Lobpreislied, dann eine Clowns/Pantomimeeinlage und dann das Abendmahl von Wolfgang Huber eingesetzt zu bekommen zeugt von der großen Bandbreite und dem breiten spirituellen Angebot auf dem Christival.
Gerade diese Vielfalt auf nur zwei Seminare zu reduzieren und das Christival in der Presse so negativ als ultra-evangelikales Gehirnwäschetreffen darzustellen ist echt schade und schlicht falsch.
Schon die Fragen der, von Presseberichten besorgten Eltern, die meine Schützlinge auf dem Christival zwischendurch anriefen und jetzt zuhause die ausführliche Presseschau auf meinem Sofa machen mich wirklich traurig.

Highlights von denen ich trotz der Negativ-Presse noch zehre sind:

  • Der Abendmahlsgottesdienst am Mittwoch Abend mit 16.000 Menschen Open Air. Ein Gefühl von Gemeinschaft und Nähe Gottes… Wahnsinn. Hat total berührt. 16.000 Jugendliche in absoluter Stille. Aber auch eine Predigt, die in den Alltag reinspricht und hängenbleibt. Danke Toby!
  • Worshipteile, sowohl bei Wortwechseln (morgendliche Bibelarbeiten) als auch bei den Festivals und Gottesdiensten. Endlich auch mal wieder musikalisch und textlich gute DEUTSCHSPRACHIGE Lieder und Bands, die diese Lieder gut und mitreißend performen.
  • Gespräche mit “meinen Jugendlichen”. Ich bin ja mit Jugendlichen meiner Gemeinde nach Bremen gefahren. Einfach mal 5 Tage Zeit zu haben, für Gespräche, Gemeinschaft, Lachen, Weinen, Singen… sich einfach besser kennenzulernen ist super und ein wahres Geschenk. Man kommt im Alltag leider viel zu selten dazu.
  • Meine gute alte Studienfreundin und nun Kollegin Karen dabei gehabt zu haben. Sowohl gemeinsam über das Christival zu sprechen und auch mal meinen Leitungsstil aus einer objektiven Außenperspektive reflektiert zu bekommen als auch einfach in der Sonne zu schwatzen und über die alten Zeiten zu lachen war genial.
  • Seminare die informiert, motiviert und neue Visionen haben wachsen lassen. Über den Timotheus Treff (Mitarbeiterschulungskonzept für Jugendliche, um aus Konfirmanden Mitarbeiter zu machen), die Emerging Church (bei dem ich endlich mal Toby Faix persönlich treffen konnte, nachdem wir uns vorher ja nur virtuell kannten) und auch schließlich ein Ten Sing Seminar bei dem ich mit vielen Jugendlichen aus meiner Gemeinde war. Die waren sowas von begeistert, dass man mich voll gefreut.

Insgesamt war für mich der Wechsel der Perspektive spannend. Christival Dresden 1996 als Teilnehmer: prägende Antworten in einer Zeit der Suche damals, kurz vorm Abitur/Studienbeginn und heute: gefühlt tausend Jahre später, selbst Leiter zu sein, selbst Gesprächspartner zu sein, selbst gefragt zu werden und Antworten auf brennende Fragen anbieten zu dürfen.
Ich hatte wirklich fünf schöne Tage in Bremen!

Fotos vom Christival werden noch folgen. (Hier schonmal ein paar von Benni)
Hier noch Links zu anderen Posts zum Thema von Achti, Schrotty, Hufi und Toby. Eine Umfassende Linksammlung vom CVJM Nürnberg.




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