Bin auf den Link zum Unicef Foto des Jahres gestoßen.

Es zeigt ein afghanisches Brautpaar. Er 40, sie 11. Das Bild ist Teil einer Fotoserie über Kinderheiraten, die die amerikanische Fotografin Stephanie Sinclair in den vergangenen zwei Jahren in Afghanistan, Nepal und Äthiopien fotografiert hat. Heftig.

Neben dem “Gewinnerbild” hat mich besonders auch ein weiteres Foto berührt, das auch im weiteren Wettbewerb war.
Das Bild ist von Wolfram Hahn, der Kinder beim Fernsehen gucken festgehalten hat. In der Reihe “Das entzauberte Kinderzimmer” zeigt Hahn vor sich hinstarrende und völlig in sich versunkene Kinder, die wie Puppen wirken.
Da sieht man erst mal was Fernsehen mit Kindern anstellt. Wahnsinn.
Unicef prämiert seit mehreren Jahren Fotos von hohen journalistischem und künstlerischen Niveau, die Lebensumstände von Kindern illustrieren.
Die Bilder hauen einen echt um. Ich würde sie gerne mal als Ausstellung alle zusammen sehen. Naja, wird wohl nie eintreten.
Was heißt es für uns, wenn Gott als Kind auf die Welt gekommen ist?
Weihnachten predige ich. “Dran” ist Gal. 4:
Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen,
der da ruft: Abba, lieber Vater!
So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind;
wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.
Gott wird Kind, wir sind Kinder. Wow!
Will man das überhaupt, wenn man die Fotos sieht?
Bin noch nicht richtig dazu gekommen, den Studientag in HH zu reflektieren. (Mir ist ja noch mein Geburtstag dazwischengekommen)
Alles in allem kann ich sagen: welch Segen! Und bevor ich beginne verneige ich mich vor Hufis Arbeit, der mit seiner Redaktionsarbeit mal wieder alles andere in den Schatten stellt. Also, wer alles komprimiert möchte, dem entgeht hier nix)
Das “you are not alone”-feeling des Studientages ages war wunderbar. Gemeinsam zu träumen, diskutieren, auszutauschen das ist doch eine wunderbare Form von Networking.
Außerdem war es schön, neben dem Networken bzw. oft auch nur punktuellen Begegnen in der Blogwelt, nun auch den Menschen dieser Gedanken gegenüberzustehen.
Hervorheben kann ich die Begegnung mit Walter, nebst erplaudertem Mittagessen. Hat sehr gut getan mit einem erfahrenen Kollegen aus der Landeskirche zu sprechen, zu lernen und sich doch auf Augenhöhe austauschen zu können. Super! Als Ausblick habe ich mir auch weitere nähere Zusammenarbeit auf regionaler Ebene gewünscht. Sie ist jetzt schon angestoßen, wenn auch noch in den Kinderschuhen. Hoch lebe die Regio Nord. (Siehe hier und auch die Kommentare)
Die Inputs des Studientages von Brian McLaren und Jason Clark sind ja schon vielerorts besprochen worden. (Zum Selberhören).
Von Brian’s “väterlicher” Art (unter der ich mir vor dem Studientag nie etwas vorstellen können - nun aber umso mehr) und seinen guten Inputs war ich sehr begeistert.
Leider war ich - wie auch sonst so oft - zu fleißig und hatte mir streberig gleich Brians Marburg-Input aus dem Netz gezogen (Hätte mir auch denken können, dass sein sich Programm aus Marburg nicht wirklich von dem in Hamburg unterschied. Ich kam mir vor wie im Kino und wußte schon immer genau genau welche Pointe als nächstes kommt…ein bißchen doof).
Brian hat mich mit seinem Durchmarsch durch die Weltgeschichte in nur 5 Minuten und dem Inbeziehungsetzen zur EC gewonnen.
(Bei Björn schön beschrieben und problematisiert die Baumrinde…Dieses Bild hat mich auch noch auf der Rückfahrt im Zug begleitet. Und bei Peter schön die Gedanken Jugendlicher zu Problemen in der Kirche und in der Gesellschaft).
Ich finde Vorträge immer spannend, bei denen man nachher noch mehr Fragen hat als vorher schon und sich dann noch nicht mal frustriert fühlt, sondern erbaut. Ich denke, das schafft Mr. McLaren. Er bietet (fast) keine Lösungen, feste Antworten und Modelle, sondern ermutigt eher.
(Ist doch auch auch eine geistliche Gabe -Rö12,8 / 1. Kor. 12,8ff- , habe ersthaft überlegt ob Brian eher die Gabe des Lehrens oder der Unterweisung hat…)
Umzuschalten auf Jason war erst nicht so einfach. Mit vielen persönlichen “Dönjes” (wie man in Ostfriesland dazu sagt) und einem Einstiegsbild einer Lokomotive und einiger Waggons… da macht man sich vorerst nicht nur Freunde.
Letztlich hat aber auch er mich gewonnen. Vielleicht haben wir zu wenig “Herz” bei all unseren struktur-affinen Diskussionen. Wenn ich bei Beispielen wie der “Flugzeuggeschichte” von Jason schon Raunen hinter mir in den Reihen höre, weiß ich auch nicht genau, gegen welchen Part der Geschichte die Menschen so allergisch reagieren. (Gemeine These: Vielleicht weil ihre glaubenstechnischen “Gänsehautmomente” schon etwas länger her sind…. )
Weitere Begegnungen mit anderen Bloggern waren schön und nett. (Ich wurde z.B. einmal etwas geschockt angeschaut, als sich herausstellte, dass sich hinter Pastor Sandy eine Frau verbirgt…). Alles in Allem macht es aber Lust zum Weiterspinnen und Denken.
In einer der Pausen bot sich mir die Möglichkeit eines Hauches von Gespräch mit Brian. Die angestorßene Frage floß am nachmittag auch in den Block ein. Schönes Gefühl auch mit meinem Fragen und Problemen in der Landeskirche nicht alleine zu sein.
Abgeschlossen wurde der tolle Tag dann noch mit einem kurzen Spaziergang zum Bahnhof mit Jason und Brian. Ich hoffe ja immer noch auf ein schönes Projekt und Thema für mein 2. Examen, das sich mit Emerging Church berührt.
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