Archive for März, 2007

30
Mär

Korinther 9,99€

Bin durch Hufi auf einen guten Artikel im SZ Magazin gestoßen. (Und ich bin beim Lesen traurig geworden, mein SZ Abo gekündigt haben zu müssen!)

0713 Religion1

Auszug: “Jesus lebt. Mit diesem einfachen Satz hat Ostern damals begonnen. Gekreuzigt, aber lebendig: Die Neuigkeit verbreitete sich unter seinen verzweifelten Anhängern, sie staunten und sagten es weiter, schließlich strömten sie aus allen Teilen des Landes zusammen, um sich zu versammeln. (…) Heute erinnern in den Kirchen brennende Kerzen an diese gewaltige Energie. Manche Gemeinden entfachen in der Osternacht das Osterfeuer, und der Pfarrer sagt: Jesus lebt. Aber es scheint, als könne das Feuer dieses Satzes niemanden mehr entzünden. Wenn der Satz geglaubt würde, müssten den Christen eigentlich Flügel wachsen, die Gemeinden müssten vor Kraft strotzen, ihre begeisterten Mitglieder müssten an Ostern durch die Straßen rennen und jedem ins Ohr brüllen: »Gott lebt! Wirklich, er lebt!”

“Aber es scheint, als könne das Feuer dieses Satzes niemanden mehr entzünden.” -

Ich wünschte, Ostern würde zum Flächenbrand.

Und wenn das Feuer doch schon (und noch) brennt, dann gilt es dieses Feuer auch am Brennen zu halten.

Jan Delay - “Feuer”
Album: “Mercedes Dance” (2006)

blank Korinther 9,99€
In allen Ecken hocken Menschen,
mit einem riesengroßen Schlauch
Sie wollen dein Feuer löschen
und darum lauern sie dir auf
Die einen feiern nur das Gestern
und spritzen mit Vergangenheit
Andre meinen Kohle wirkt noch besser
und sprühen Euros in die Flammen rein

[Refrain:]
Also pass auf!
Denn das Wichtigste ist,
dass das Feuer nicht aufhört zu brennen
Denn sonst wird es ganz bitterlich kalt
Ja, die Flammen im Herzen,
die sind durch nichts zu ersetzen
Darum halt sie am Laufen mit aller Gewalt!!
Feuer, Feuer, Feuer

Manche wollen keine Experimente
Bei Risiko da ham sie Angst
Sie löschen mit sicherer Rente
und Verträgen mit der Allianz
Aus einem Schlauch kommt Langeweile
Bei denen ist gar nichts mehr los
Aus einem andern tut es schneien
denn die ersticken die Flammen mit Koks

[Refrain:]
Ja das Wichtigste ist,
dass das Feuer nicht aufhört zu brennen
Feuer, Feuer, Feuer
denn sonst wird es ganz bitterlich kalt
Feuer, feuer, Feuer
Denn das Feuer im Herzen,
ist durch nichts zu ersetzen
Feuer, Feuer, Feuer
also halt’ es am laufen
solang bis es Qualmt!!
Feuer, Feuer, Feuer

Und dann die Menschen ohne Rückrad
Den Schlauch voll mit Kompromissen
Doch zum Glück ändern die Wichser
ständig das Ziel auf das sie schießen
Und die Courtney Loves und Yoko Onos
Ja, die brauchen gar keinen Schlauch
Denn sie nehmen dein Feuer, egal wie groß
Und sie, sie saugen es einfach auauaus

[Refrain:]
Ja das Wichtigste ist,
dass das Feuer nicht aufhört zu brennen
Feuer, Feuer, Feuer
denn sonst wird es ganz bitterlich kalt
Feuer, feuer, Feuer
Denn das Feuer im Herzen,
ist durch nichts zu ersetzen
Feuer, Feuer, Feuer
also halt’ es am laufen
solang bis es Qualmt!!
Feuer, Feuer, Feuer

30
Mär

Blasphemy Challenge

Rrsbadge

Markus 3, 28f.:
28 Wahrlich, ich sage euch:
Alle Sünden werden den Söhnen der Menschen vergeben werden und die Lästerungen,
mit denen sie auch lästern mögen;
29 wer aber gegen den Heiligen Geist lästern wird, hat keine Vergebung in Ewigkeit.

Diese Bibelstelle ist in den Staaten seit einiger Zeit Anlass Youtube mit Videos vollzustopfen in denen sie die Existenz des Heiligen Geistes leugnen.
Der Blasphemy Challenge hat auch eine eigene Internetpage auf der das genaue Vorgehen erklärt wird.
Es gibt schon über 2000 Videos zu diesem Thema bei Youtube und es werden immer mehr.
Manche der Leute erzählen, wie enttäuscht oder wie verletzt sie von der Kirche sind, viele spulen aber einen Satz ab.
Was treibt Leute dazu? Ich finds komisch!

Es gibt jetzt auch ne Gegeninitiative. Es wird berichtet, dass es in Deutschland schon eine Gegenbewegung gibt. In den Staaten auch. (z.B Praise the Lord Challenge). Ist aber alles in allem (und da gebe ich Martin Dreyer Recht) sehr durchwachsen und meist eher peinlich.

30
Mär

Godcasts

Ich habe in der letzten Zeit mehr und mehr die Vorzüge von Godcasts für mich entdeckt. Ich höre sowohl Predigten von Gottesdiensten als auch Themen Podcasts (z.B. Vom Wittenberger Zukunftskongress der EKD oder von Kongressen und Tagungen in den Staaten).
Der Markt wird ja auch im deutschsprachigen Raum immer größer. Das Stichwort “christliche Podcast” (Godcasts hat sich in Deutschland als Terminus Technicus noch nicht durchgesetzt) ergibt 280.000 Treffer (Sowie in den Directories unzählige weitere Verweise).
Das Vorurteil, dass herunterladbare Predigten für die Couch zuhause, die Menschen langfristlig von der Kirche entfernen würden ist überholt. Obwohl es in Deutschland mittlerweile vom Godcast des NDR bis zu Predigtcasts von Minigemeinden vieles Im Netz steht, sind wir weiterhin total im Windschatten des Auslands.

Ipod Kreuz Klein

Pollergebnisse aus dem Staaten verheißen, dass 36% an der Umfrage beteiligten Kirchen podcasten, sowie weitere 20% ein Podcast planen. Ergo: die Hälfte stehen dem System positiv gegenüber.
Mir fehlen die deutschen Zahlen. Aber ich denke mal, wir stehen da (wie immer) Zeit zurück.
Was hört ihr denn so für Podcasts?

30
Mär

Jesus als gute Frau

Möchte gerne Werbung machen für einen interessanten Post von emergentkiwi.
Er weißt darauf hin, dass in Lukas 15 zuerst Jesus als guter Hirte präsentiert wird, der das verlorene Schaft sucht. Danach wird Jesus hingegen als gute Frau gezeigt, die eine verlorene Münze sucht.

Daraufhin stellt sich emergentkiwi die Frage, warum die Kirche die erste Sichtweise Jesus als (männlicher) guter Hirte stark macht, während die Deutung, Jesus als gute Frau unterbewertet bleibt.

Die lukanische Anordnung, einer Geschichte eines Mannes, jeweils einer Geschichte einer Frau bezufügen ist an 27 Stellen anzutreffen.

Nicht erst seit Franz Alt (“Jesus–der erste neue Mann” (Franz Alt) wissen wir von den den beiden Seiten Jesus. Der weiblichen und der männlichen.

Jesus vereinte weibliche und männliche Seinsweisen. Nur-weiblich wäre weibisch. Nur-männlich wäre herrisch. Jesus ist weder das eine noch das andere. Das aufregend Neue an ihm ist die Integration von weiblich und männlich. Das macht den »wahren Menschen« aus. Wer sich als Mann seiner Weiblichkeit — seiner verdrängten Seelenanteile — bewußt wird, vollzieht in seinem Leben eine Wandlung. Kennzeichen einer typisch weiblichen Lebensweise: gewaltlos, sanft, pflegend, haushaltend, organisch, ehrfürchtig, qualitätsorientiert. Alle treffen auf Jesus zu. Jesus war männlich genug, dieses Weibliche in sich zu entwickeln.

Kennzeichen einer typisch männlichen Lebensweise: gewalttätig, brutal, ausbeutend, verschwenderisch, mechanisch, ehrgeizig, auf Quantität aus. Diese Kennzeichen treffen alle nicht auf Jesus zu.

Um Mißverständnissen vorzubeugen:
Diese Typisierung ist natürlich keine soziologische Einteilung in die Männer und die Frauen, sondern eine psychologische Typisierung für das Männliche und das Weibliche in Männern und Frauen. Nur deshalb können die weiblichen Kriterien auf den Mann Jesus übertragen werden.
Dieser Jesus ist den meisten Menschen unbekannt. Bei einer Neuentdeckung fragen Männer oft und zu Recht: Was bringt mir das? Lohnt es, sich von Jesus zu einer eigenen neuen Lebensweise inspirieren zu lassen?

Ja, warum ist diese weibliche Seite oder eine erweiterte Sichtweise so unpopulär? Ich will jetzt gar nicht mit feministischer Theologie oder Bibel in gerechter Sprache ankommen. Ich frage eher grundsätzlich. Wenn Lukas als Verfechter der narrativen Theologie so frei davon erzählt, warum wir nicht auch?

28
Mär

Rabbi goes Folkrock

Nach Matthisyahu’s Ragga gibts jetzt auch einen Folk-Rock Vertreter der jüdischen Sängergilde.

Ravpicv-03
Rav Shmuel.

So what we’re talking about here people
is a forty-something Orthodox Hasidic rabbi
with six kids who is rocking the pants off of
the East Village’s freshest scene!

Protocols Video auf Youtube. Sehens- und Hörenswert!

(Ht: fonolog.com)

28
Mär

Stadtkirche

Überall ist es anzutreffen:
Stadtkirchenprojekte, die sich um Vernetzung bemühen, um die ganze Stadt zu erreichen und sich über die Organisationsgrenzen von christlichen Kirchen und Denominationen hinwegsetzen.
Mars Hill hat seit einigen Wochen das Nehemia Projekt am Laufen. Building a City within the City. Im Fall von Mars Hill ist die Stadt Seattle. (Die einzelnen Einheiten sind als Podcast und Vodcast zu beziehen PLUS Predigt-/Textgrundlage als Pdf. Echt super!)

mhc library header Stadtkirche

Auch in Berlin gibts jetzt ein Stadtkirchenprojekt. Es heißt “Gemeinsam für Berlin“. Dort sitzen Vertreter unterschiedlichster christlicher Kirchen am rundem Tisch zum Wohl der Stadt.
Frage nun: gehen die Landeskirchen mit ihrer Idee von Regionalisierung den selben Weg bzw. in dieselbe Richtung? Titel von Arbeitshilfen wie “Es wächst zusammen, was … ja was denn eigentlich?” bringen deutlich den Unmut zum Ausdruck.
Empfehlenswert ist die Arbeitshilfe “Kirche im Raum - Kröte oder Märchenprinz.” (Download) der Arbeitsgruppe “Runder Tisch Regionalisierung”, einer Kooperation zwischen Rel.Päd.-Institut (RPI), Ev. - luth. Missionswerk Niedersachsen (ELM), Gemeindekolleg Celle und Haus kirchlicher Dienste.

27
Mär

Mélange à trois

War vorgestern in der Austellung “Newton - Nachtwey - LaChapelle: Men, War & Peace” im Museum für Fotografie.
Besonders LaChapelles und Nachtweys Bilder waren in puncto religiöser Symbole dicht. Super spannend.
LaChapelle hats mir echt angetan. Ich kannte den irgendwie schon aus Zeitschriften und durch einige seiner berühmten Werbungen. Außerdem hab ich letztes Jahr seinen Film “Rize” gesehen.
Lange stand ich vor dem Last Supper - Letzten Abendmal.

0032651Lachapelle D

Was kann man alles von solchen Darstellungen lernen? Wie könnte man mit Künstlern á la LaChapelle ins Gespräch kommen darüber, wie sie Religion und Christentum heute sehen? Nur über die Bilder/Fotos/Filme? Schade….

PS: Hier mal eine kleine Zusammenschau zeitgenössischer Abendmalsdarstellungen.

24
Mär

Wochenendbeziehung mit der Gemeinde

In den Wochenenden zwischen den Predigerseminarblocks war übrigens in meiner Gemeinde viel los.
Am einen Wochenende war Vorstellungsgodi der Konfirmanden zum Thema “Churchy Heroes” und am darauf folgenden Wochenende war Konfirmandenwochenende mit dem Thema “Bibel”. Beide Veranstaltungen mit jeweils ca. 50 Konfis.

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Bild vom Beginn des Konfiwochenendes in der Kirche. Merke: Die Multifunktionskirchenbänke. Das man die Bestuhlung so verändern kann ist wirklich klasse. Am Wochenende darauf haben wir Passionsandacht mit Tischabendmahl schwuppsdiwupps stehen Bierbänke und Tische in der Kirche, Kirchenbänke an die Seite gerückt fertigt ist der sakrale Speisesaal.

200704171352 Wochenendbeziehung mit der Gemeinde
Von der Kirche bin ich echt begeistert. Klein aber fein.

23
Mär

Predigerseminar

Habe nun 3 Wochen Predigerseminar hinter mir.

Daher das lange Blogschweigen. (Ich hätte es natürlich taktisch klug als Blogfast verkaufen können, aber ich hab einfach mal wieder nicht mitgedacht.)
Die drei Wochen waren jetzt der erste längere Block den wir als Kurs zusammen verbracht haben. Und alles in allem bin ich begeistert.
Sowohl über die Zusammenarbeit innerhalb des Kurses als auch über die Ausbildung, die wir dort genießen.
Erste Woche hatte den Schwerpunkt “Schreiben, schreiben schreiben” ausgerichtet auf die Homiletik bei Heinz Kattner. Seins Zeiches Schriftsteller und hervorragender Motivator und Anleiter auf der Suche nach dem eigenen Sprachstil.
Ich bin noch immer ganz begeistert!
Woche Zwei: Seelsorge. Intensivarbeit in unserer Seelsorgegruppe. Die Arbeit war intensiv und anstrengend, aber super effektiv.
Dritte Woche: Gottesdienst. Liturgie, Gottesdienstbuch, Erarbeitung von Gebeten, Abendmahl usw. Besonders die Reflektionsgespräche in der Gruppe waren echt gut. Sonst nestelt ja eh eher jeder in seiner Gemeinde vor sich hin.

Fazit: Anstrengend, aber sehr bereichernd!




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