Bin im E-Zine”Next Wave” auf einen interssanten Artikel von Bob Hyatt gestoßen. Im Artikel geht es um die (zeitlichen) Anforderungen die das Umfeld an einen Pastor stellen. Bob zählt zu den einzelnen Posten die der Aufmerksamkeit bedürfen in erster Linie Lebenspartner, Kinder und Familie.
Dann folgt die Gemeinde, die er aufsplittet in: Menschen, die anwesend sind und die Aufmerksamkeit des Pastors brauchen und wünschen. Menschen, die anwesend sind, die Aufmerksamkeit des Pastors brauchen, aber nicht wünschen. Menschen, die nicht anwesend sind, die Aufmerksamkeit des Pastors aber brauchen und wünschen und schließlich: Menschen, die nicht anwesend sind, die Aufmerksamkeit des Pastors nicht brauchen, wohl aber wünschen.
Bob führt die einzelnen Charaktere, die in der Gemeinde “Ansprüche erheben” schlüssig aus. Lesenwerter Post. Ich muß sagen, dass mich gerade das Thema Pastorenrolle und Zeitmanagement im Hinblick auf das Vikriat am meisten neugierig machen. Ich bin total gespannt, wie man sich in eben diese Rolle einfindet und wie man dadurch auch evtl. im Privaten verändert wird.
Das erinnert mich an einen Aufsatz den wir vom Predigerseminar bekommen haben. (Pfarrer/in - Berufs- oder Lebensform: Ingrid Lukatis, in: Deutsches Pfarrerblatt 10/2000). Darin geht u.a. darum. Lukatis stellt in dem Aufsatz die “Berufsform” Pastorin, der “Lebensform” Pastorin gegenüber. Für sie ist die Lebensform Pastorin eine “gesellschaftliche Totalrolle”(spitzen Ausdruck, oder? Klingt ein wenig bedrohlich), ein, die ganze Person (und die Familie) umfassender Anspruch. .
“Der mit dem Pfarramt verknüpfte Auftrag (…) beschränkt sich nicht auf ein ausgegrenztes oder ausgrenzbares Handeln in benennbaren Funktionszusammenhängen, sondern umfaßt die ganze Existenz der Pfarrerin.”
Irgendwann lässt Lukatis den Begriff “Rollenzumutung” fallen. Bin gespannt, was das für die junge Vikarin in der Ausbildung an der Schwelle zum Pastorendasein ähem… ich meine “Lebensform” also naja…”Totalrolle” heißt. Ich habe nach wie vor eine romantische Vorstellung von gelungenem Zusammenspiel (fröhlicher Wechsel) von Pastorin und Gemeinde. Lebensform an sich, hat find ich, ja auch nicht von vorneherein eine negative Konnotation! Außerdem kommt Beruf von Berufung! Jetzt bin ich, wie gesagt, nur gespannt, in wieweit sich das in den ersten Schritten in der Gemeindearbeit bewahrheitet.
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