Archive for the 'Emergentes Zeugs' Category

19
Nov

Take this bread

200911192244 Take this bread

Take this Bread ist ein Buch über Abendmahlstheologie zum Anfassen. Dazu noch verwoben mit der spannenden Lebensgeschichte der Autor Sara Miles und ihren mitreißenden Erfahrungen vom Aufbau einer Tafel für Bedürftige in San Francisco in ihrer Gemeinde Saint Gregory of Nyssa Episcopal Church.
.

Das Buch ist ein wirklicher Lesetipp. Ich habs verschlungen.

PS: Wer auf Mash-Up Liturgien steht, sollte sich das nicht entgehen lassen.

02
Nov

Transformission

Missional Community Formation

Missional pastors and practitioners talk about the joys and struggles of forming missional communities of practice

11
Aug

Nadia Bolz-Weber in Deutschland

Anfang September wird Pastorin Nadia Bolz-Weber (USA) nach Deutschland kommen um hier aus ihrem Buch zu lesen und einige Vorträge zu halten.

Nadia Bolz-Weber ist lutherische Pastorin der ELCA in den Vereinigten Staaten.
Sie hat in Denver, Colorado, wo sie mit ihrem Mann und ihren Kindern lebt, die Emergente
Gemeinde House for all Sinners and Saints (www.houseforall.org) gegründet. Diese versteht sich
als urbane liturgische Gemeinschaft, die in all ihrer Progressivität tief lutherisch-theologisch
verwurzelt ist.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte Nadia Bolz-Weber ihr Buch ‚Salvation on the Small Screen? 24
Hours of Christian Television“, ein theologischer und soziologischer Kommentar der amerikanischen
Medienlandschaft, basierend auf einem Selbstversuch sich 24 Stunden dem TV-Programm des
Bibelsenders Trinity Broadcasting auszusetzen. Die Auswertung des Buches geschieht auf
hinreißende Art und Weise mit einem kritischen Blick und wachem Verstand aber auch mit einer
gehörigen Portion Humor und komödiantischem Können.

Besonders hinweisen möchte ich auf die Veranstaltung in Berlin, bei der sie aus dem Buch lesen sowie aus ihrer Erfahrung ihrer Gemeinde berichten wird:
Nadja Poster72

Termin: 03.09.2009 um 19:30 h. Ort: EFG Berlin-Schöneberg; Hauptstr. 125; 10827 Berlin

Eintritt: frei

Mit Übersetzung!

Am Sonntag den 06.09.2009 wird sie in der Elia Gemeinde in Erlangen predigen. Wer in der Nähe ist sollte sich auch dies nicht entgehen lassen.

06
Apr

Kirche 21

Bild 4-2

Am Wochenende fand in Berlin Kirche 21 statt.
Thematisch drehte sich alles um Perspektiven, Visionen und Veränderungen.
Es war eine sehr gut organisierte Sache.. GJW (Gemeindejugendwerk des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland) als Veranstalter sowie die Gemeinde in Schöneberg als Gastgeberin waren eine optimale Kombi.

Spanned war der Aufbau bzw. die Struktur der Veranstaltung:
Beginn- und Schlußveranstaltung hatten spirituelle Schwerpunkte. (Beginn mit liturgischen Elementen und Abendmahl, Schluß in Form eines n Gottesdienstes mit Predigt des Hauptredners).
Dies gab den thematischen und inhaltlichen Angeboten noch einmal einen anderen Hintergrund. Hat mir sehr gefallen.

Das Programm am Samstag war dann untergliedert in Plena, die der Wissensvermittlung dienten. So z.B. das Referat von Kester Brewin oder auch den Innovationspool bei dem fünf “Experten” ihre jeweiligen Gemeinde oder Dienste vorstellten.

Zudem gab es noch die Möglichkeit an Workshops teilzunehmen. Die Inhalte waren breit gefächert: Die Welt liegt im Wandel - nur meine Gemeinde hat es verpasst?, Gottesdienst mit Leib und Seele – Bausteine aus dem Mittelalter, LEIHGABE - Wie gehen wir mit dem um was uns anvertraut ist?, Vaux: Story of a TAZ, Viele Quellen hat der Strom - den Reichtum christlicher Spiritualität entdecken…, Gemeinde: Offen für alle? – Am Beispiel „Homosexualität“, Bibliolog - eine neue Form der Bibelbegegnung, Verantwortung für das Gemeinwesen – Kirche als politischer Akteur, Es tönen die Lieder, der Frühling kehrt wieder.
Hier wurden inhaltliche Auseinandersetzungen mit Diskussionen und dem Selbsterfahren und Ausprobieren verschränkt. Viel Interaktives. Schön!

Außerdem standen parallel während der gesamten Zeit sogenannte Denk- und Erlebnisräume offen. Dei 12 Räume sollten die kreative oder meditative Auseinandersetzung anregen:
Kirche 21 – Videobox, Kirche 21 –Twitter, Moderne und Postmoderne erleben, Raum der Stille, Deine Meinung, Das Labyrinth, Gemeindeberatung & Seelsorge, Abschied und Neuanfang, 95 Thesen, Alltagsspirituatlität, Kreativraum, Lounge. Die Räume waren alle sehr liebvoll eingerichtet. Mit viel Phantasie und Liebe zum Detail wurden hier Reflektionsflächen geschaffen.

Am Samstag Abend wurde noch einmal in einem sehr dichten Block evaluiert, jedem einzelnen wurden Beteiligungsfenster geschaffen. Der Abend wurde dann spirituell durch ein Körpergebet abgeschlossen, dann ging es mit Sekt und Eis zum gemütlichen/feierlichen Teil über.

All in all war es wirklich sehr inspirierend. Dazu haben insbesondere Kester Brewin als Hauptredner und zum zweiten an den vielen Bloggern, die ich endlich einmal treffen konnte.

Kester Brewin hat viel von der Gemeinschaft Vaux berichtet, einer emergenten Gemeinschaft aus London, die sich viel mit Fragen des Alternative Worships und der Dekonstruktion von Leiterschaft befasst hat. Er hat das Buch Complex Christ verfasst (Hat mir bei der Examensarbeit gute Dienste geleistet).
Seine Inputs waren toll.
Ausgehend von einigen Aussagen des Buchen (Übertragung des Stufenmodells nach Fowler und der zwei Lebenshälften nach Richard Rohr schilderte er anschaulich die Risse des Lebens, die notwendig sind um zu reifen und um Neues hervorzubringen.
So zitierte er die Geschichte des verlorenen Sohnes als Beispiel zweier Verlorener. Verloren dadurch, dass sie selbstzentriert noch nichts nach außen wirkendes hevorgebracht haben. Nicht der Vater verliert seine Söhne, sondern diese selbst, da sie keine “Väter” von etwas oder jemandem sind. Spannend!

In seinem Workshop ging es noch einmal dezidiert um Vaux und das TAZ Prinzip (Temporary Autonomous Zones). Das war auch sehr spannend, habe Lust da weiter drüber nachzudenken. Habe als Rückfrage auch das Verhältnis von “Temporary” und “Traditional Heritage” problematisiert.

Ja und zum zweiten waren die Begegnungen meines virtuellen Sozial-Netzwerkes einfach wunderschön!
Daniel hat es ja auch schon beschrieben:

Eine sehr besonderer Aspekt solcher Veranstaltungen ist es für mich immer, dass sie Gelegenheiten bieten Menschen zu treffen die man entweder sehr selten sieht, oder solchen das erste mal vor Ort zu begegnen die man bereits zu seinen engen Freunden zählt da man sich bereits seit Jahren auf Blogs unterhält oder aber über Twitter an ihrem Alltag Anteil nimmt. Solche Begegnungen gab es an diesem Wochenende einige und ich habe es sehr genossen mit der Einen oder dem Anderen manches Gespräch zu führen, Kaffee zu trinken…


So habe ich es auch empfunden. Einerseits hat man sich noch nie gesehen und neigt dazu bei oberflächlichen Smalltalk/Kennlernthemen einzusteigen - dabei kennt man sich ja eigentlich doch. Die Personen, ihr Alltag und ihr Leben sind einem durch Blogs und Twitter vertraut, einzig, wie jemand aus Bierfaschen trinkt, wie sein Lachen klingt und oder wie hibbelig jemand auf dem Stuhl wippend einem Vortrag lauscht sind unbekannte Fakten. Fremd und doch vertraut.
Das war sehr spannend und schön.
Habe überlegt, ob man nicht ein neues Wort erfinden sollte. Für diese Menschen. Für die Zeit des engen virtuellen Alltagsteilens und warmherigen Anteilnehmens im web 2.0, bis man sich wirklich begegnet (dann kann m.M. nach wirklich Freundschaft entstehen.) Für das Stadium vorher braucht man ein anderen Wort.
Any Ideas?

Na jedenfalls war es ein wunderbares Wochenende. Hab viel mitgenommen zum weiterdenken und im Herzen bewegen.

06
Apr

Pastorbuddy gewinnt den Silberfisch…. äh silbernen Webfish

Lob, Lob, Lob von Jury in der Auszeichnung zum zweiten Platz für das Portal Pastorbuddy.de:

Mit PastorBuddy hat die Jury erstmalig ein Blog ausgezeichnet. Zu den Themen Theologie, Kirche, Gemeinde, Gesellschaft, Kultur, Humor, Technik und Internet ist ein fast vierzig-köpfiges Autorenteam aktiv, das sich aus Theologen und Laien aus verschiedenen christlichen Traditionen zusammensetzt, so dass auf PastorBuddy pointiert Themen und Kommentaren aus verschiedenen Positionen angegangen werden.

Als Blog kann PastorBuddy so aus verschiedenen Perspektiven christliche Inhalte, Meinungen und Kommentare zur Diskussion stellen und in der so genannten der Blogosphäre publik macht.

PastorBuddy ist somit ein christlicher Kristallisationspunkt für Blogger und erhält so mehr Reichweite, als wenn die Autoren einzeln bloggen würden.

Die einzelnen Beiträge sind über gängige Blog-Features (thematisch, viel gelesen, viel kommentiert) erreichbar und verlinkt, über eine so genannte Themen-Wolke (tag cloud) lässt sich schnell orientieren, zu welchen Themen besonders diskutiert wird. Technisch setzt die Website auf ein Standard Open Source Redaktionssystem, das alle notwendigen Voraussetzungen bietet.

Die Jury drückt mit dem Webfish die Anerkennung aus, dass Christen als Einzelpersonen und als Team in der Blogosphäre aktiv sind und so christliche Inhalte präsentieren und erkennbar werden lassen.

Hier gehts zur EKD Seite der Abstimmung.

Kudos gehen auf jeden Fall an Initiatior Simon de Vries für eine Vision eines Portals von uns für Theologen und Laien, für Organisation und technische Umsetzung und für die regelmäßige Bereitstellung von qualitativ hohem Content. (Neben dem stressigen Vikariat ist das auf jeden Fall kein Kinderspiel!) Respekt!

08
Mär

Happy Weltfrauentag. Thema heute: Frauen im Pfarramt

Was sich für die Landeskirche mittlerweile normalisiert hat, ist in anderen Konfessionen weiterhin ein Diskussionsthema.
Frauen im Pfarramt. Die Zahlen der neuimmatrikulierten Theologiestudenten steigen und unter ihnen sind 60% Frauen.
(Darunter auch eine ehemalige Jugendliche aus der Jugendarbeit meiner Vikariatsgemeinde. Sie wurde für einen Artikel von Spiegel Online interviewt, in dem es auch um jenes Thema geht.)
Die Zahlen sprechen für sich. 50/50. Keine Quotenregelung notwendig, da sich männliche und weibliche Theologiestudentin artig und geschwisterlich die evangelischen Studienbänke teilen.

So einfach ist es aber nicht. In höheren Positionen der Landeskirchen ist die Luft für Frauen weiterhin sehr ausgedünnt. Erst 1992 wurde Maria Jepsen weltweit die erste lutherische Bischöfin. Neben ihr sind heute Margot Käßmann sowie Bärbel Wartenberg-Potter lutherische Bischöfinnen in Deutschland. Weltweit gibt es im Luthertum 24 Bischöfinnen und drei Kirchenpräsidentinnen. Weiterhin lehnen jedoch von den 140 Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes 37 die Frauenordination ab. Eine von ihnen ist beispielsweise die Missouri Synod, die in Amerika, die konservativste Lutherische Kirche darstellt. (Dazu auch ein spannender Post von Nadia Bolz-Webber zum Thema Frauenordination.)
Abgesehen von den strukturellen Steinen, die Frauen in den Weg gelegt werden sind auch genderspezifische Probleme zu diskutieren. Wie bsp. ausführlich während des Emergent Forums 2008 in Erlangen. Während und nach dem grandiosen Vortrag von Stini Müller. Nachzuhören auf der Seite von Emergent-Deutschland. Ein sehr prägender Vortrag für das Forum, meiner Meinung nach (Soweit ich das als Außenstehende beurteilen kann.) Auch danach wurde besonderes dieser Vortrag in Blogs noch weiter diskutiert. (z.B. Hier, Hier und Hier.) Verinnerlichte Sexismen beeinflussen einfach die Gemeindearbeit, egal ob auch haupt- oder ehrenamtlicher Ebene.

So das wollte gesagt werden am Weltfrauentag.

16
Feb

Alle in einem Filmchen…

In zwei schönen Videos hat das Calvin College Alt Worship ProjeKt Stimmen zur Emerging Church gesammelt.
Klasse ist, das so viele verschiede Menschen mit ihren jeweiligen Erfahrung im Bereich Emerging Church zum Zuge kommen. So z.B. Erzbischof Rowan Williams, Jason Clark, Brian McLaren, Kester Brewin, Pete Rollins, Kevin Corcoran, Jonny Baker und Lori Wilson. Außerdem noch einige Studenten des Calvin Colleges, die an der Produktion des Videos beteiligt waren. Fast schon eine kleine aber feine Doku.

(via: Emergent Village)

05
Dez

Examensarbeit und Homiletische Probe

Nachdem dass Prüfungsverfahren nun ja abgeschlossen ist, möchte ich gerne meine Examensarbeit zur Verfügung stellen.

Download: Examensarbeit-kirche-als-marktplatz (Sandra Bils)
Examensarbeit "Kirche Als Marktplatz"

Sie hat den Titel “Gottesdienst als Marktplatz. Was können landeskirchliche Ortsgemeinden von Sunday Plaza lernen?” und untersucht das gottesdienstliche Treffen Sunday Plaza der Netzwerkbewegung X-Stream in der Schweiz. Die Ergebnisse der Beschreibung, in deren Untersuchung auch viel Emergentes eingeflossen ist, werden dann mit der landeskirchlichen Situation in Beziehung gesetzt und anhand von Kriterien miteinander vergleichen und bewertet. Mein Ziel war, ein Beispiel emergenter Gemeindestruktur wissenschaftlich darzustellen und für landeskirchliche Verhältnisse nutzbar zu machen.

Weiter möchte ich auch meine homiletische Probe (Examenspredigt und Ausarbeitung) ins Netz stellen. Vielleicht hat ja jemand Bedarf und Interesse und möchte sich informieren. Es handelte sich um 2. Thessalonicher 3,1-5. Der Text war im Rahmen der VI. Reihe Predigttext am 5. Sonntag nach Trinitatis:
Examenspredigt 2Thess 3,1-5

Download: Examenspredigt-2Thess-3,1-5 (Sandra Bils)

Examenspredigt 2Thess 3,1-5

ÜberFeedback würde ich mich freuen.

29
Nov

Emergent Forum Erlangen

Nur gaaanz kurz, weil ich mich ja eigentlich gerade anderen Dingen widme.
Zum zweiten Mal veranstaltet Emergent-Deutschland ein Emergent Forum in Erlangen und zum zweiten Mal bin ich nicht dabei. (Letztes Jahr Aktivitäten in der Kirchengemeinde am ersten Adventswochenende, dieses Jahr Examen - vielleicht sollte wirklich mal überlegt werden, ob Adventswochenenden ein ungünstiger Zeitpunkt sind. Obwohl, für die über 80 Teilnehmer scheints ja kein Terminproblem gegeben zu haben. Naja…).

Durch eine optimale Berichterstattung kann man jedoch auch von Zuhause am Dialog teilnehmen bzw. sich informieren, worum es in Erlangen geht.
Live-Blog unter emergent-deutschland.de. (Mit Kommentarfunktion, die auch im Saal mit Beamer an die Wand geworfen wird)
Tweets unter #ef08

Nach einem ersten Input von Input von Peter am Freitag Abend zu Phillis Tickles- Great Emergence (hier ein Post von ihm dazu - Stoßrichtung im Refrat baute auf Tickle auf) entwickelte sich nicht nur in Erlangen an den Kleingruppentischen, sondern auch im Web unter den “Daheimgebliebenen” eine angeregte Diskussion. Erste Ergebnisse mündeten sogar schon in Posts dazu. Simon hat darin versucht, Tickles Analyse und Einteilung der amerikanischen postmodernen Christenheit in viel Grundprägungen auf die deutsche Situation zu übertragen. Sehr lesenswert.

21
Nov

Über Bibelübersetzungen…

Bereite gerade mein mündliches Thema “Liturgischer Gebrauch von Bibelübersetzungen im Gottesdienst am Beispiel der „Bibel in gerechter Sprache“ im Fach “Gottesdienst, Predigt, Unterricht” vor.
Da stolperte ich über folgenden Text von Günther Schmidt aus dem Deutschen Pfarrerblatt 7/07 unter dem Titel: “
Zwischen Text und Leser vermitteln. Zur Adressatenadäquatheit von Bibelübersetzungen”


Das Sprachniveau (der Übersetzung) muss der Dignität des Gegenstandes entsprechen. Der Leser soll beim Bibellesen spüren, mit wem er es zu tun bekommt. Glaube kann nicht ohne Ehrfurcht sein, sonst ist er kein Glaube an Gott, wie er uns in der Bibel entgegentritt. Von daher verbieten sich banalisierende Ausdrucksweisen ebenso wie Übersetzungen in Mundarten.
Durch Verbreitung der Hochsprache sind Mundarten heute auch im Bewusstsein derer abgewertet, die sie im normalen Alltag gebrauchen oder mit dialektalem Akzent sprechen. Jugendliche wollen sich durch ihren Jargon von Erwachsenen abgrenzen und sie stückweise provozieren. Sie sind sich der Vorläufigkeit und der spielerischen Züge ihrer Eigenwelt, in welcher der Jargon Einvernehmen stiftet, bewußt. Sowohl Mundart- als auch Jargonsprecher sind sich humorvoll und augenzwinkernd einig, dass ihre Äußerungen so ernst nicht gemeint sind. Wenn Erwachsene seriöse Themen in Mundart oder Jargon ansprechen, wollen sie sie meinst ins Lächerliche ziehen. Machwerke wie die “Kölsche Bibel” oder die “Volx-Bibel” verletzen wegen ihrer gewollt humoristischen Art die gegenüber den Texten und erst recht ihrem Inhalt gebotene Ehrfurcht und wirken auf den heutigen Leser völlig anders als der Original-Text auf die seinen. Sie können deshalb nicht als funktional-äuquivalent oder kommunikativ gelten.


Würde Herr Schmidt wohl seine Meinung ändern wenn er an einem, in Plattdeutsch geführten Trauergespräch teilnähme? (In dem ihm auf Hochdeutsch die Hände gebunden wären, weil eine Verständigung nicht zustande käme.) Dieses Setting ist alles andere als humoresk. Bibeln oder Gesangbuchlieder in Dialekten können hier spirituelle Hilfen sein, dem Gegenüber gerade durch eine adressatenadäquate Übersetzung voller Ehrfurcht im Glauben Gott in aller Ernsthaftigkeit zu begegnen.
Gleiches gilt für die Volxbibel, die durch ihre z.T. eigenwillige Wortwahl augenzwinkernd anmuten mag, durch ihren Dienst als Sprachhilfe jedoch Jugendlichen und jungen Erwachsenen (Sprachmuster sind oft nicht allein demographisch, sondern vielmehr milieuspezifisch verengt!) Zugänge erst ermöglicht. Das sich sowohl Mundart als auch Jargonsprache im Text durch “Vorläufigkeit” und “spielerische Züge ihrer Eigenwelt” auszeichnen, ist vollkommen verkürzt! Von welcher vermeintlich intellektuellen “Hochsprache” scheint Schmidt hier auszugehen, die es zu adaptieren gilt, wenn es ihm schwerfällt andere - nach seiner Meinung “abgewertete”- Kommunikationsmuster und Sprachentwicklungen wahr- und ernstzunehmen? Völlig aus dem Blick gerät hier auch die Beobachtung, dass viele Menschen das Niveau der bildungsbürgerlichen Hochsprache nicht erreichen können und wollen, um das graduelle Entwicklungsdenken Schmidts aufzunehmen.

Eine Ausgrenzung, die durch derartige Äußerungen, wie in diesem Aufsatz vorgenommen wird, lässt sich mit Luthers Wunsch, alle Christen am Wort Gottes teilhaben zu lassen nicht überein bringen.




Pastor

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